Wer die Saat hat, hat das Sagen

Saatgutpolitische Zusammenhänge und praktisches Samengärtnern

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Am ersten Tag wird es um einen grundlegenden Überblick über das Thema Saatgut gehen. Warum ist Saatgut wichtig? Was ist in den letzten 150 Jahren mit unserem Saatgut passiert? Was für Saatgut braucht eine industrielle Landwirtschaft, was für welches eine bäuerliche Landwirtschaft? Was heißt eigentlich Hybridsaatgut? Und wie war das nochmal mit den Saatgutgesetzen? Warum ist es wichtig, vielfältige, nicht zugelassene, samenfeste Sorten anzubauen und das Saatgut zu vermehren?
Am zweiten Tag wird es hauptsächlich um‛s praktische Samengärtnern (insb. Gemüse) gehen. Wie fange ich an? Welche Kulturpflanzen sind einfach, wo wird es komplizierter? Falls Menschen aus dem Kontext der Solidarischen Landwirtschaft oder anderen (klein-)bäuerlichen Betrieben im Kurs sein sollten, kann bei Bedarf auch an der Frage gebastelt werden, wie das Samengärtnern in diese Strukturen integriert werden kann.

Ablauf:
Tag 1: Saatgutpolitische Zusammenhänge
Wer ist da? Was erwünschen, erhoffen sich die Teilis von dem Kurs? Welche Bedürfnisse und Kenntnisse gibt es in der Gruppe?
Input meinerseits (ca. 30 min) zum ganz grundsätzlichen Überblick und Zeit für Fragen

Einteilung in zwei Gruppen, die je einen Text lesen (jede*r für sich) zu den Themenschwerpunkten Sortenzulassung und Hybridzüchtung
Tandem: Immer zwei Personen tun sich zusammen und diskutieren über das Gehörte und Gelesene. Klärung von Fragen, z.B.: Wieso gibt es eine Sortenzulassung? Welche Kriterien werden angewendet? Wer braucht diese Zulassung? Was ist Hybridzüchtung? Wozu dient diese vorrangig? Warum ist es wichtig, vielfältige, nicht zugelassene, samenfeste Sorten anzubauen und das Saatgut zu vermehren?

Tag 2: Praktisches zum Samengärtnern
Anhand einiger Gemüsearten erarbeiten wir gemeinsam/in Kleingruppen u.a. folgende Fragen: Wie gewinne ich Saatgut bei welcher Kulturpflanze? Wie fange ich an? Welche Kulturpflanzen eignen sich für den Anfang, wo wird es komplizierter? Wie reinige ich das selbst gewonne Saatgut?
Bei Bedarf kann es auch eine Gruppe geben, sie sich mit der Frage beschäftigt, wie das Samengärtnern in Solidarische Landwirtschaften oder andere kleinbäuerliche Strukturen integriert werden kann.

Zielgruppe:
Wenn ihr Lust auf das Thema Saatgut habt – ob politisch oder praktisch –, seid ihr schon mal richtig in diesem Kurs! Tendenziell richtet sich der Kursinhalt an Menschen, die noch nicht viel Erfahrung im Samengärtnern haben. Aber auch Menschen mit etwas Samenbauwissen sind willkommen und eingeladen, ihr Wissen weiterzugeben! Neben Haus-, Gemeinschafts- und Balkongärtner*innen und kompletten Garten-Neulingen würde ich mich auch über Solawi-Gärtner*innen und Menschen aus anderen kleinbäuerlichen Strukturen freuen.

Info

Day: 2016-08-23
Start time: 10:00
Duration: 02:30
Room: Zelt/Tent 10
Track: Sommerschul-Kurse / Summer School Courses
Languages: de