Kein Systemwandel ohne Wandel von Wissenschaft und Bildung

Systemische Kritik am Beispiel der Wirtschaftswissenschaften

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Eine Veränderung der Inhalte der (Wirtschafts-)Wissenschaft wird von immer mehr kritischen Stimmen gefordert. Aber reicht eine inhaltliche Kritik? Dieser Kurs versucht, strukturelle Problemlagen unseres Wissenschafts- und Bildungssystems zu beleuchten und Möglichkeiten ihrer Kritik aufzuzeigen. Dafür setzen wir uns einerseits mit impliziten Annahmen und Metaphern in Wirtschaftslehrbüchern und deren Auswirkungen auf unser Verständnis von Welt auseinander. Auf der anderen Seite schauen wir, welchen konkreten systemischen Zwängen die Freiheit von Forschung und Lehre ausgesetzt ist und ob bzw. wie Pluralität und Kritik darin Platz finden können. Form und Inhalt von (ökonomischer) Bildung und Wissenschaft zusammenzudenken, möchten wir als einen „Skill for System Change" diskutieren.

Ablauf:
Tag 1:
– Begrüßung und Vorstellung des thematischen Rahmens
– Kurze Vorstellungsrunde: Warum seid wir hier, welchen biografischen Bezug gibt es zum Thema, was sind unsere bisherigen persönlichen Erfahrungen im Bereich (ökonomische) Bildung und Wissenschaft?
– Einleitung ins Thema am Beispiel eines Ausschnitts aus einem ökonomischen Lehrbuchtext, der darstellt welche Vorannahmen und impliziten Wahrheiten in der ökonomischen Lehre vermittelt werden.
– Einführung in das Konzept der Lehrbuchwissenschaften von Thomas S. Kuhn

Tag 2:
– In Anknüpfung an den Vortag: Analyse eines Lehrbuchausschnittes in zwei Kleingruppen.
– Anschließend gemeinsame Diskussion Austausch von Erfahrungen aus kanonisierten (ökonomischen) Lehrveranstaltungen.

Tag 3:
– Strukturelle Veränderungen in den Hochschulen, als institutionelle Orte für Wissens- und Wahrheits(re-)produktion am Beispiel des Hochschulfreiheitsgesetzes aus NRW aufzeigen.
– Gespräch: Wie beeinflussen Strukturen, also Organisationsformen von Wissenschaft und Bildung, die Freiheit von Forschung und Lehre, sowie Pluralität und Kritik? Wo gibt es systemische Parallelen zu den wissenschaftstheoretischen Erkenntnissen vom Vortag? Ist auf diese Weise ein Wandel möglich? Was geschieht derzeit?

Tag 4:
Abschlussgespräch: Inwiefern ist das, was wir über die letzten Tage in diesem Kurs gemacht haben, bereits eine Form und Fähigkeit für Veränderung? Welche Formen der Widerständigkeit haben die Teilnehmenden in den diskutierten Kontexten erlebt, oder welche sind prinzipiell denkbar? Wie kann Widerständigkeit in anderen, verwandten Kontexten aussehen?

Zielgruppe:
Alle an diesem Thema Interessierten sind herzlich eingeladen. Vorkenntnisse in Wirtschaftswissenschaften und Hochschulpolitik sind nicht nötig.